Dr. med. vet. Nicola Stalla

Tel: 0177 795 40 80

EKG

Das EKG zeichnet die elektrischen Flüsse im Herzen auf, die zur Kontraktion (Zusammenziehen) und zur Relaxation (Entspannung) des Herzmuskels führen. Herzrhythmusstörungen, die zum einen durch Störungen in der Reizweiterleitung, zum anderen durch eine verfrühte oder ausbleibende Depolarisation (Erregungsbildung) verursacht werden, werden hierdurch sichtbar.

Untersuchung:
Ihr Tier liegt auf seiner rechten Seite. Die Elektroden werden mit sanften Klemmen jeweils an den vier Beinen und am Brustkorb befestigt und für einen besseren Kontakt angefeuchtet. Die Dauer der Aufzeichnung des EKGs kann nun manuell bestimmt werden. Durch eine spezielle Software kann die Auswertung des EKG nach der Aufzeichnung am Computer durchgeführt werden. Der Vorteil hierbei ist, dass die Zeit, in der Ihr Tier ruhig liegen muss, reduziert werden kann.

Gründe für die Aufzeichnung eines EKGs:


Die Diagnose einer "primären" Rhythmusstörung kann nur mittels einer EKG-Untersuchung erfolgen. Zu den "primären" Rhythmusstörungen zählen: 

  • AV-Block

  • Sick-Sinus-Syndrom

  • Vorhofstillstand

  • Wolf-Parkinson-White-Syndrom 

  • andere. 

Da aber auch andere Herzerkrankungen, wie z. B. eine dilatative Kardiomyopathie, zu Herzrhythmusstörungen führen können, sollte bei Verdacht in jedem Fall ein EKG aufgezeichnet werden.

Erkrankungen anderer Organe sowie Intoxikationen (Vergiftungen) und Elektrolytverschiebungen (Kalium, Kalzium, Natrium etc.) können ebenfalls eine Veränderung in der Reizleitung des Herzens hervorrufen. Die Anfertigung eines EKG kann in diesen Fällen hilfreich sein, um einen Hinweis auf das Vorliegen einer extrakardialen Problematik zu erhalten.


Therapie:
Eine Vielzahl von antiarrhythmischen Medikamenten steht, je nach Art der Rhythmusstörung, zur Verfügung. In der Veterinärmedizin werden die Wirkstoffe aus allen vier Antiarrhytmika-Klassen eingesetzt:

I.   Natrium-Kanal-Blocker (z. B. Lidocain, Mexitil)
II.  Beta-Blocker (z. B. Atenolol, Carvedilol) 
III. Kalium-Kanal-Blocker (z. B. Sotalol, Amiodaron)
IV. Kalzium-Kanal-Blocker (z. B. Diltiazem) 

Die individuelle Therapie erfolgt je nach Ursprung der Rhythmusstörung. Auch eine Kombination der Medikamente ist, z. B. bei schwerwiegenden Rhythmusstörungen, möglich.

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