Dr. med. vet. Nicola Stalla

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Ultraschall - Echokardiographie

Die Ultraschalluntersuchung ist die bildhafte Darstellung des Herzens. Das Herz kann in allen Ebenen dargestellt und die Herzwände und -kammern gemessen und beurteilt werden. 

Dies erfordert nicht nur eine spezielle Geräteleistung sondern auch die richtigen Techniken bei der Lagerung des Patienten sowie der Darstellung des Organs. 

 

Vorbereitung und Untersuchung:
Anders als bei der Ultraschalluntersuchung des Abdomens (Bauches) benötigt man beim Herzultraschall nur ein relativ kleines Schallfenster (Stelle an der die Ultraschallsonde auf den Körper angesetzt wird). Aus diesem Grund können die meisten Patienten, ohne eine Rasur der Haare am Brustkorb, untersucht werden. Bei einigen Tieren kann jedoch eine Rasur notwendig werden, wenn ansonsten eine sichere Diagnose durch eine schlechte Bildqualität verhindert würde. Die häufigsten Gründe hierfür sind: sehr dichtes Unterhaar (z.B. Neufundländer, Leonberger etc.), sehr lange Haare (z.B. Langhaar-Katzen). 


Erfolgt keine Rasur werden die Haare zunächst an einer Stelle mit einer Alkohollösung gescheitelt und die Haut vorbereitet. Anschließend wird mit Ultraschallgel ein optimaler Kontakt hergestellt.

Die Untersuchung erfolgt am wachen Tier auf der Seite liegend. Hierbei hält eine Person die Hinterbeine, eine weitere die Vorderbeine, um eine optimale Positionierung auf dem Ultraschalltisch zu gewährleisten. Der Ultraschalltisch (zu sehen auf dem kleinen Bild links unten) ist eine Spezialanfertigung: Ein Loch im Tisch ermöglicht die Untersuchung von unten. Das ist aus dem Grund sinnvoll, da sich ansonsten die luftgefüllte Lunge zwischen dem Herzen und dem Schallkopf befindet und Luft keine Schallwellen leiten kann. Durch die Seitenlage und Anschallung von unten, wird die Lunge durch das Herz komprimiert, enthält dadurch weniger Luft was zu einer Reduktion der Luftartefakte führt.

Um die Ultraschallbilder nachträglich auswerten zu können wird simultan zum Ultraschall ein EKG aufgezeichnet. Über dieses werden jedoch nur Zeitpunkte im Ultraschall definiert. Daher kann es nicht die herkömmliche Elektrokardiographie (EKG) ersetzten. 

 

Die Untersuchung wird von der rechten sowie linken Brustkorbseite durchgeführt, um alle Ultraschalleinstellungen vom Herzen zu erhalten. Deshalb muss während der Untersuchung eine Umlagerung des Tieres erfolgen. 


Untersuchungsgang:
Zunächst wird das Herz im 2-dimensionalen Bild in der Längsachse dargestellt. Hier erfolgt eine subjektive Beurteilung der Kammerdimensionen und der Kontraktilität. Mittels der Simpson-Scheibchensummationsmethode kann die Füllung der linken Hauptkammer in der Auswurf- (Systole) und Einstromphase (Diastole) gemessen werden. Die Messung ermöglicht eine Beurteilung der systolischen Funktion (Pumpleistung) sowie des diastolischen Volumens. 


Die Beurteilung des Herzens erfolgt ebenfalls in der Kurzachse auf der Höhe der Papillarmuskel und der Herzbasis. An der Herzbasis wird das Verhältnis der Hauptschlagader zur linken Vorkammer gemessen, was eine mögliche Vergrößerung der Vorkammer sichtbar macht. 

Mit dem M-Mode (Motion-Mode) wird das Herz auf einer Linie jeweils in der Längs- und Kurzachse quer geschnitten und die systolische und diastolische Wandbewegung über die Zeit dargestellt. Die Kurzachse des Herzens ermöglicht hierbei die Sicht in einer anderen Dimension auf das Herz.

Mit dem Farbdoppler können die Herzklappen auf mögliche Stenosen (Verengungen) oder Insuffizienzen (Undichtigkeiten) untersucht werden. Auch kann ein möglicher vorhandener Septumdefekt (Kammerscheidewanddefekt) oder ein persistierender Duktus arteriosus Botalli (nach der Geburt persistierendes Blutgefäß zwischen der Haupt- und Lungenschlagader) dargestellt werden. 

Die Geschwindigkeitsdoppler (PW und CW) ermöglichen die Messung der Blutflüsse im Herzen und den großen Gefäßen. Die Fließgeschwindigkeiten werden durch die Druckverhältnisse im Herzen und im Gefäßkreislauf vorgegeben. Veränderungen dieser Geschwindigkeiten geben Hinweise auf mögliche Herzerkrankungen (Aortenstenose, Pulmonalstenose etc.) oder systemische Erkrankungen (Bluthochdruck, Lungenhochdruck).


Kontrastechokardiographie:
Bei Verdacht auf Herzdefekte, die zu einem pathologischen Blutfluss aus dem rechten in den linken Herzanteil führen, kann eine Untersuchung mittels Kontrastechokardiographie Aufschluss geben. Hierbei wird Kontrastmittel in die Vene über einen Venenkatheter eingegeben. Kann das Kontrastmittel im linken Herzanteil oder in der Hauptschlagader nachgewiesen werden, ist der Verdacht auf einen pathologischen Blutfluss bestätigt. 


Die Technik: 
Das eingesetzte Ultraschallgerät Vivid i der Firma General Electric wurde speziell für die Kardiologie entwickelt und ermöglicht eine Herzuntersuchung auf höchstem Niveau. Die Morphologie der Herzkammern und -wände sowie die Blutflüsse im Herzen können somit hervorragend untersucht werden.

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